Dieter Bartels
Bild: RonPorter / Pixabay (CC0 Public Domain)
14. Juli 2015  /// Allgemein

Athener Tagebuch (11)

Wer trägt schon gerne Eulen nach Athen?

Die ausländische Presse verurteilt die deutsche Haltung gebenüber Griechenland, als eine Art Bestrafung und Erniedrigung. Das könnte sein. Jedoch die Ehre und den Stolz der Griechen und Griechinnen kann man nicht „er-niedrigen“, er ist tief verwurzelt in der Kultur dieses Landes und seiner Menschen. Und niemand kann ihnen diesen persönlichen Schatz wegnehmen.

Nach dem Lesen der internationalen Pressemeldungen musste ich Abstand gewinnen. Und was macht man in diesem Falle? Man geht ans Meer schwimmen. Badetasche eingepackt, ein paar Kleinigkeiten zum Essen und 10 Minuten später waren wir am Strand.

Ganze Schulklassen waren dort, mit ihren Lehrkräften. Die Kinder waren im Alter von 6-10 Jahren. Und ich fand es sehr erhellend diesen Kindern beim Spielen zuzusehen.

Sie plätscherten im Wasser, als ob es auf dieser Welt keine anderen Probleme gäbe.

Und richtig. Für sie gibt es auch keine. Sie waren ausgelassen und fröhlich beim Ballspiel. Neckten und bespritzten sich gegenseitig mit Meereswasser, das übrigens eine sehr angenehme Temperatur hatte.

Kinder leben immer im Augenblick und im Jetzt. Sie denken nicht an morgen und schauen nicht sorgenvoll in die Zukunft. Sie sind einfach DA. Sie vertrauen auf das was kommt, ohne zu wissen was es ist, weil sie sich keine Gedanken darüber machen. Kinder sind zufrieden mit dem was sie haben, wenn man ihnen genügend Fürsorge und Liebe schenkt.

Mehr fordern sie nicht. Ganz einfache Dinge, die man nicht in irgendeinem Geschäft kaufen kann. Denn diese fürsorgliche Liebe ist kostenlos. Man kann sie ihnen einfach schenken.

So saß ich im Liegestuhl, schaute diesem Treiben zu und erinnerte mich an das Buch von Eckhart Tolle „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“. Ein faszinierendes Buch, in dem er uns auffordert im Augenblick zu leben, um das innere Glück zu erlangen.

Diese Kinder haben das Buch nicht gelesen und sie brauchen es auch nicht.

Weil sie es einfach „leben“! Das sollte uns allen eine Lehre sein.

 

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