18. Juli 2015  /// Griechenland

Athener Tagebuch (15)

Was soll ich heute schreiben? Es ist so traurig, diese Bilder im Fernsehen zu sehen. Griechenland steht unter Schock! Das Ganze zeugt von kriminellen Organisationen, die dieses Land ins Chaos stürzen wollen. Die Staatsanwaltschaft wurde bereits eingeschaltet, und es wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Feuerwehreinheiten arbeiten unentwegt, riskieren ihr Leben, um das der anderen zu retten. Hauptfeuerherd ist der Ymittos, der Berghügel, der sich vom Norden bis zum Süden der Stadt hinzieht.

Wir wohnen im Süden von Athen und können den Himmel beobachten, der sich rot gefärbt hat. Der Geruch von Feuer liegt in der Luft, und wir sind alle in Alarmbereitschaft. Windstärken von 7 – 8 erschweren die Arbeit der Einsatzkräfte, der Wasserhelikopter und der Wasserflugzeuge.

Angesichts dieser Katastrophe kommt man sich hilflos vor. Aber es kommt auch Wut hoch, weil diese Feuer nicht nur auf die Hitze zurückzuführen sind, sondern bewusst gelegt wurden.

Wer steckt dahinter? Wer hat Interesse daran, dass Menschenleben in Gefahr geraten? Dass die Natur zerstört wird? Zufall? Hängt es mit der Abstimmung des Parlaments FÜR Europa zusammen? Wieder so ein Zufall, dass am Abend der Abstimmung 100 Vermummte die friedlichen Demonstrationen gestört haben? Wir wissen es nicht und werden es vielleicht auch nie erfahren. Aber fragen muss erlaubt sein!

Es tut einem jedoch im Herzen weh, wenn man sieht, was dieses Land an Leid ertragen muss.

Die politischen Themen sind komplett in den Hintergrund geraten. Die vorgesehene Ankündigung der neu besetzten Regierungsmannschaft wurde verschoben.

Jedoch eine gute Nachricht zum Abschluss. Die Brandstellen sind weitestgehend unter Kontrolle. Die Stadt kann erst einmal aufatmen.

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