25. Juli 2015  /// Griechenland Leben

Athener Tagebuch (22)

Athener gehen gerne ins Kino. In einem heißen politischen Sommer ist das Sommerkino ein perfekter Ort, um sich aktuelle und alte Filme anzuschauen. Die meisten befinden sich in versteckten Ecken der Stadt, ausgestattet mit einer kleinen Bar und leckeren kulinarischen Überraschungen.

In manchen Kinos gibt es Liegestühle, Sofas und gut gemixte Cocktails, die das Open-Air-Theater zu einem einmaligen Erlebnis machen. Ein heißer Tipp für jeden Touristen, zumal fast alle Filme im Original zu sehen sind, versehen mit griechischen Untertiteln.

Das Schönste an einem Kinobesuch ist die Atmosphäre, der Film wird zur Nebensächlichkeit. Man sitzt auf seinem Platz, etwas Trinkbares in der linken Hand und die X-Large-Tüte voller Popcorn in der rechten, und wartet voller Vorfreude auf den Beginn. „Wie heißt der Film noch mal?“, höre ich den Vordermann seine Frau fragen. Ich warte gespannt auf die Antwort, aber sie kommt nicht, sondern nur ein genervter Lidaufschlag. Schade, ich hätte auch gerne gewusst, wie der Film heißt! Nein! Kann alle beruhigen. Natürlich kenne ich den Titel. Es ist eine alte griechische Komödie aus den 60-er Jahren.

Man lacht gemeinsam und erinnert sich an Zeiten, in denen die Welt noch anders aussah. Ein bisschen Nostalgie kommt hoch bei den Zuschauern, denn sehr viele ältere Menschen sind hier, aber ansonsten sind eigentlich alle Altersklassen vertreten, von zwanzig bis achtzig.

Wir sitzen in diesem „Cinema“ unter der Akropolis, unter freiem Himmel, und man kommt sich vor wie in einer großen Familie, ohne einen einzigen Menschen zu kennen. Abseits von allen weltpolitischen Problemen. Einfach herrlich !!

War eine gute Idee. Lasst uns doch mal wieder ins Kino gehen.

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