Dieter Bartels
Bild: Dieter Bartels
28. Juli 2015  /// Griechenland Leben

Athener Tagebuch (25)

Die Temperaturen liegen hier bei über 40°C im Schatten und ich hoffe, dass es uns die nordeuropäischen Länder verzeihen werden, dass wir heute nicht arbeiten, sondern baden gehen.

Wir gehen immer unter der Woche ans Meer, weil am Wochenende die ganzen Athener die Strände überfluten. Unser Vorteil: Wir wohnen nur wenige Autominuten entfernt. Die Kühltasche enthält außer ein paar schmackhaften Früchten, ein paar hart gekochte Eier, Brot, Tomaten und Gurken, Schafskäse, 2 l Wasser und einen Eiskaffee, den ich selbst per Hand gemixt habe. Was meint ihr, so kann man doch den ganzen Tag am Meer verbringen, oder?

Die Liegen sind fast leer. Es herrscht eine angenehme Ruhe und Stille. Ein paar Touristen und viele Rentner. Alle sind irgendwie gut gelaunt. Ist auch verständlich, wenn man sich die Wassertemperaturen ansieht.

Wir kommen schon seit Jahren hierher und man kennt sich, man redet miteinander. Dieses Jahr ist auch wieder eine deutsche Schauspielerin da. Sie hat gerade in einem Film mitgewirkt und erzählt uns ein wenig über die Dreharbeiten und ihre Pläne für ein Theaterstück. Ihr Mann ist Grieche und lebt im Sommer in Athen und im Winter in München. „So lässt es sich auch gut leben“, denke ich mir.

Sie liebt Athen und diesen Meeresstrand und meint: „Diesen Sommer werden viele Athener in der Stadt bleiben.“ Wie sie darauf komme, frage ich zurück: „Na ja, Capital Control!“ „Aha“, erwidere ich, „aber was hat das denn mit dem Urlaub zu tun?“ „Die Leute haben kein Geld um zu verreisen.“ Da hat sie natürlich recht, denn wenn man nur 60 € am Tag abheben darf, dann kann man keine großen Sprünge machen, geschweige denn in Urlaub fahren. „Aber in Athen ist es doch auch sehr schön“, sage ich. Sie nickt lachend mit dem Kopf und fügt hinzu: „Ganz sicher, andere wären froh, wenn sie das blaue Meer vor ihrer Haustüre hätten.“

Moral von der Geschichte: „Man sollte auch mit Kleinigkeiten im Leben zufrieden sein!“

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