Dieter Bartels
Bild: Dieter Bartels
29. Juli 2015  /// Athener Tagebuch Griechenland Leben

Athener Tagebuch (26)

Erfindergeist? Einfallsreichtum muss man haben. Was einige GriechenInnen nicht alles taten, um an Bargeld zu kommen.

Dating um Mitternacht

Zum Verständnis, die Regel war bekanntermaßen: 60 €  pro Tag und Kunde. Nun gab es auch jene, die sich vor Mitternacht bei der Bank trafen, ihr Geld abhoben und dann 10-15 Minuten warteten, bis der Uhrzeiger die Zwölf passiert hatte, und dann den gleichen Betrag noch einmal abhoben. Somit ersparten sie sich die langen Schlangen tagsüber und mussten auch nicht jeden Tag zur Bank laufen. Zur Information für die Leser: Das ist keine persönliche Geschichte!

Ware gegen Bargeld

Es gibt viele Läden, die gekaufte Ware innerhalb einer Woche wieder umtauschen. Ganz Clevere kauften per Kreditkarte Kleidung, Laptops etc. ein. Da sie das Recht auf Umtausch hatten, gingen sie nach ein paar Tagen in das Geschäft und gaben die Ware zurück. Der Eigentümer musste den Betrag in „cash“ ausbezahlen und die Kunden kamen an zusätzliches Bargeld.

Das sprach sich natürlich schnell herum und die Ladenbesitzer setzten diesem Treiben schnell ein Ende. Aber in den ersten beiden Wochen der Kapitalverkehrskontrollen wurde das Einigen zum Verhängnis.

Ab heute gehören diese Schlangen vor den Geldautomaten der Vergangenheit an. Jetzt kann jeder Bürger jede Woche max. 420 € abheben, an welchem Wochentag auch immer. Langsam wird das wieder!!!

Und wem die Scheine aus dem Automaten nicht reichen, der kann ja immer noch unter seiner Matratze ein paar hervorholen. Denn dort liegen nach offiziellen Vermutungen immerhin über 35 Milliarden Euro.

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