privat
Bild: privat
7. Juli 2015  /// Gesellschaft Griechenland Politik

Athener Tagebuch (4)

Die Gemüter beruhigen sich und alle richten ihr Augenmerk auf das Treffen der Ministerpräsidenten in Brüssel.

Was ist aber in den letzten 24 Stunden in Athen passiert? Ein positives politisches Erdbeben. Ja, so könnte man es bezeichnen. Denn zum ersten Mal haben sich auf Einladung von Alexis Tsipras und unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten alle Parteien an einen Tisch gesetzt!!

Das gab es bisher noch nicht. Was für andere Länder ein Normalfall wäre, bedeutetefür das Land ein besonderes Ereignis. Was aber noch wichtiger ist, ist das Ergebnis dieser sechsstündigen Gespräche: Es gab eine Einigung und eine Verständigung, die alle unterschrieben haben (außer der Kommunistischen Partei), den Ministerpräsidenten zu unterstützen, zum Wohle des Volkes.

Damit war die Einheit gegründet, die auch die Europäer immer wieder gefordert hatten. Nun konnte Tsipras nach Brüssel reisen, gut zu wissen, 100 % des Volkes hinter sich zu haben.

Und hier war sie wieder, die Solidarität, die heute auch unter den Menschen auf den Straßen, beim Bäcker oder im Supermarkt zu spüren war. Alle waren irgendwie gut gelaunt. Wir übrigens auch, und konnten es eigentlich gar nicht genau erklären, aber, und das aber möchte ich betonen: „Wir spüren etwas!“

Möge dieses „Spüren“ eine gute Energie für die Verhandlungen in Brüssel sein, denn die Verantwortung des Vertreters der Bürger ist sehr groß. Das Volk wünscht ihm alles Gute dabei, was auch in den Medien widergegeben wurde, denn ihre Berichte hörten sich plötzlich solidarisch an. „Geeinigt sind wir nun mal eben alle stärker!!“ hieß der Slogan.

Um dies zu untermauern möchte ich abschließend einen Auszug aus der Rede des Europa-Abgeordneten von SYRIZA, Manolis Glezos, mit einem Spruch aus dem Altgriechischen, im Europaparlament, weitergeben.

Er hat aus dem Werk von Eruipides (lebte 5. Jhr. v. Chr.) die Worte von Theseus (König Athens ca. 2000 vor Chr.) zitiert:

Um anzufangen, Fremder, hast Du Deine Rede mit einem Fehler begonnen, wenn Du hier einen Despoten suchst; diese Stadt wird nicht von einem Mann beherrscht, sie ist frei ! Hier regieren viele, die ihre Würden bzw. amtlichen Posten von Jahr zu Jahr wechseln; Der Reiche hat nicht mehr Privilegien wie der Arme, sie haben die gleichen Rechte!!

Wir freuen uns über Ihren Kommentar

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.