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11. Juli 2016  /// Athener Tagebuch

Athener Tagebuch KW 27 (339-345)

Sonntag, 10.07.2016 / Folge 345

Der Gang zum Bäcker heute morgen, war keine so gute Idee, denn das Thermometer ist stark gestiegen und die Mittagssonne steht hoch am Himmel.

Baden gehen wäre schön, aber am Sonntag strömt die ganze Stadt an die südlichen Strände und es geht dort zu wie auf einem Kirmes. Einfach ausgedrückt – zu laut! Im Winter gehen wir häufig in die Altstadt, aber im Sommer meiden wir auch diese Gegend, um den Touristen den Vortritt zu lassen.

Athen ist, laut Touristikunternehmen, die zweit-beliebteste Stadt Europas geworden und das zeigt sich am deutlichsten in den alten Gassen unter der Akropolis, die einfach jeder mal gesehen haben möchte.

Auch für mich absolut verständlich. Genießt sie, die Altstadt, liebe TouristenInnen, wir werden sie uns wieder im Winter ansehen.

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Samstag, 09.07.2016 / Folge 344

Eine Taufe ist immer ein Grund zu feiern. Und so war es auch gestern Nacht. Knapp 200 Gäste waren geladen und die Tochter des befreundeten Ehepaares hatte uns in ein Hotel in Athen eingeladen. Es liegt am Berg Lykabettus und die Aussicht auf die Akropolis und die Stadt ist einfach berauschend.

Es war ein buntgemischtes Publikum aus Amerika, mehreren Kykladeninseln und vielen Bekannten aus Athen. Ja, der Vater der Tochter läßt sich nicht „lumpen“, wie wir zu sagen pflegen und lässt sich die Taufe was kosten.

Für die Familie ist ihm kein Euro zu schade und wie man sieht, gibt es davon noch eine ganze Menge. Denn wer kann es sich schon erlauben, so viele Gäste einzuladen.

Aber es wird ja auch nicht jeden Tag ein Enkel geboren und das gilt es schließlich ausgiebig zu feiern. Recht haben sie!

Freitag, 08.07.2016 / Folge 343

Der Premierminister ist von seiner einwöchigen Reise in China zurückgekehrt. Ein Ergebnis des Besuchs: die Chinesen werden noch mehr in den Hafen von Piräus investieren.

Warum investieren so viele Chinesen und so wenige Europäer? Erstaunlicherweise ist immer wieder zu hören, dass das Risiko immer noch zu hoch wäre, wie mir deutsche Kollegen sagen. Nun, für die Asiaten anscheinend nicht. Oder haben sie erkannt, welches Potential in diesem Land liegt?

Verschlafen die Europäer mal wieder die Zukunft, wie so oft, weil sie auf wirtschaftlicher Ebene zu konservativ denken? Wenn dem so ist, dann wünschen wir ihnen einen guten Sommerschlaf. Aber die Chinesen sind bereits hellwach! Also aufgepasst!!!

Donnerstag, 07.07.2016 / Folge 342

Die Regierung stellt 13.730 Schuldner mit Namen und Steuer-Nummer ins Internet. Es sind natürliche und juristische Personen, die dem Staat mehr als 150.000 Euro schulden.

Die ziehen das echt knallhart durch – jetzt fehlt noch eine internationale Version der Website auf English.

Das hat es noch nie gegeben, dass Steuerschuldner derart an den Pranger gestellt werden. Aber es war die letzte Hoffnung, denn alle Anschreiben und Abmahnungen haben keinen Erfolg gebracht. Vielmehr ignorierten sie den Staat, dem sie teilweise Millionen schulden.

Jetzt kann jeder unter http://www.publicrevenue.gr/ nachlesen, wer sich auf dieser Liste befindet. Und es sind, nachdem ich bereits einen kurzen Blick reingeworfen habe, bekannte Namen darunter.

Wie werden die privaten und juristischen Personen reagieren? Denn verstecken geht nicht mehr!

Mittwoch, 06.07.2016 / Folge 341

Der erste Badetag. Bei 36°C Luft- und 25°C Wassertemperatur kann man gemächlich ins Meer steigen. Und der erste „Platsch“ war eine Wohltat. Klares Wasser, blauer Himmel, wenig Menschen und nur die Natur um sich herum.

Was kann man sich mehr wünschen? Einen eisgekühlten Kaffee vielleicht. Der darf natürlich nicht fehlen und gibt einem das Gefühl, endlich im Sommer angekommen zu sein.

Das Leben sollte man genießen und derartige Momente tragen dazu bei. Am Meer sitzen und ein bisschen zu meditieren oder die Menschen zu beobachten, wie sie fröhlich ins kalte Nass springen. Kinder, die lachend herumplanschen und sich ihres Daseins freuen.

Das ist das Leben. Augenblicke des Glücks.

Dienstag, 05.07.2016 / Folge 340

Wer hätte das gedacht, als ich vor einem Jahr begann das Athener Tagebuch zu schreiben. Ein Jahr mit vielen Ereignissen: positiven, negativen, interessanten. In einem Land, das sich in diesen letzten Monaten stark verändert hat und versucht die Krise endlich hinter sich zu bringen.

Ein „kleiner“ Grund zum Feiern, weil die LeserInnen dazu Anlass gegeben haben, denn ohne Euer Interesse an meinen Beiträgen könnten wir diesen „Jahres-Geburtstag“ nicht begehen.

Also der Dank gilt EUCH! Und N21 natürlich, der Redaktion, die mich immer wieder dazu antrieben über Hellas zu schreiben.

Zurückblicken ist Vergangenheit, deswegen schauen wir nach vorne, denn dort liegt unsere Zukunft!

Montag, 04.07.2016 / Folge 339

Tsipras ist in China und die Chinesen sagen, sie werden Griechenland unterstützen. Na gut, dann mal los, kommt einem da in den Sinn.

Schließlich haben sie zu zwei Dritteln den Hafen von Piräus in ihren Händen und das ist ein Filetstück in Europa, welches es ökonomisch auszunutzen gilt.

Man hört auch, dass viele Chinesen Immobilien kaufen, weil ihnen dadurch eine Aufenthaltsgenehmigung für 5 Jahre gegeben wird. Mit nur 250.000 Euro ist man schon dabei. Eine kleine Summe für chinesische Geschäftsleute, würde ich sagen, aber was soll’s , auf mich hört ja doch keiner in der Politik.

Themenwechsel, denn ein bekannter Geschäftsmann hat sich heute das Leben genommen und hat sich regelrecht den letzten Schuss in seiner Villa gegeben. Seine Firma stand vor dem Konkurs und anscheinend konnte er diese Tatsache seelisch nicht verkraften.

Als wenn das ökonomische so wichtig wäre und ein Grund, sich das Leben zu nehmen. Das sollte jeden von uns zum Nachdenken anregen.

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