4. September 2015  /// Europa Gesellschaft Umwelt

Austrockung im Mittelmeerraum

Das zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörende Istituto per la Valorizzazione del Legno e delle Specie Arboree hat herausgefunden, dass weite Teile des Mittelmeerraumes vom Austrocknen bedroht sind. Wobei der Regenmangel und die schlechte Gebietsverwaltung das Problem zusätzlich verschärfen würden. „In Italien ist ein Fünftel der landesweiten Fläche von diesem Phänomen betroffen“, meint Mauro Centritto, der Projektkeiter.

41 Prozent entfallen alleine auf die Regionen des Mezzogiorno, ein Spitzenwert von 70 Prozent auf Sizilien. In Molise sieht es mit 50 Prozent nicht viel besser aus, auch nicht in Apulien mit 57 Prozent und der Basilikata mit 55 Prozent. In der Emilia-Romagna, Umbrien, Kampanien und den Abruzzen werden Anteile zwischen 30 und 50 Prozent erreicht.

Der italienische Wisenschaftler Centritto meint zu der Lage: „Leider reichen die politischen Bemühungen für eine energiepolitische Wende zur Bekämpfung nicht aus, da die Desertifikation meist auch von einem unsachgemäßen Management des Territoriums begleitet ist“. Er erklärt, dass die dramatische Folge der ökologischen Ungleichgewichte unter dem Begriff „Dust Bowl“ (Staubschüssel) zusammengefasst wird.

Centritto skizziert, dass weltweit fast zwei Mrd. Menschen davon betroffen sein werden und damit unter den Folgen der Trockenheit zu leiden haben. „Im Mittelmeerraum ist die Erscheinung besonders ausgeprägt, was aller Wahrscheinlichkeit nach zur Verschärfung der Migrationsprobleme führen wird“, so Centritto.

Desertifikation war auch Thema auf der derzeit in Mailand veranstalteten Expo 2015, welches dort unter dem Titel „Siccità, degrado del territorio e desertificazione nel mondo“ diskutiert wurde. (eh)

Quelle: pressetext, Mittelmeerraum trocknet immer stärker aus

 

Wir freuen uns über Ihren Kommentar

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.