Julia Rainer
Bild: Julia Rainer
6. Dezember 2015  /// Bewegung Gesellschaft Politik

COY11: Jugendkonferenz 2015 in Frankreich

Von 26. bis 28. November fand die 11. Conference of Youth (COY11) in Paris-Villepinte statt. Junge Menschen aus aller Welt kamen zusammen, um gemeinsam zu arbeiten, lernen, debattieren, entdecken und aktiv zu werden. Die Veranstalter/innen sprachen von insgesamt 5.000 Teilnehmer/innen. Getragen von mehreren Organisationen und zahlreichen Freiwilligen war die Jugendkonferenz auch im Jahr 2015 eine wichtige Plattform für einzelne Jugendliche, Organisationen und Netzwerke, um über Projekte zu informieren, Aktionen zu setzen und junge Menschen dazu zu bewegen, sich vermehrt für Klima- und Umweltschutz, Bildung sowie Jugendmobilisierung zu engagieren. Als Ergebnis der einzelnen COY-Arbeitsgruppen, wurde am Ende der Konferenz ein Manifest präsentiert. Unter Mitwirkung von 250 Personen aus 55 verschiedenen Nationen verstehen die Verfasser/innen dieses Manifest als Grundlage für die Interessensvertretung und das Engagement von Menschen bis 30 Jahren. Auf insgesamt 26 Seiten werden zuerst die dem Schriftstück zugrundeliegenden Werte beschrieben, um anschließend in sechs Themenbereichen auf Positionen sowie konkrete Vorschläge und Handlungsmöglichkeiten aus Sicht der Jugend einzugehen. Zu den ausgearbeiteten Handlungsfeldern zählen Bildung, Menschenrechte, Schutz der Artenvielfalt, Umweltrecht, Klimawandelanpassung, Jugendinklusion, Energie und nachhaltige Nahrungsmittelproduktion. Sie werden von den Jugenddelegierten in die Klimaverhandlungen im Rahmen der COP21 mitgetragen.

Jugend als vollwertige Gruppe bei Klimaverhandlungen

Seitdem im Jahr 2009 das Generalsekretariat der UNFCCC und alle Vertragsparteien die Jugend als vollwertige Gruppe anerkannten, gewinnt die alljährlich stattfindende COY zunehmend an Bedeutung. Neben Forscher/innen, Frauen, indigenen Bevölkerungsgruppen, Gewerkschaften, lokalen Behörden, Bauern/Bäuerinnen und Unternehmen kann die Jugend direkt an den UN-Verhandlungen teilnehmen. International Youth Climate Movement (IYCM) ist das größte internationale Jugendnetzwerk zu Fragen des Klimawandels. Seit 2009 bilden die IYCM-Mitglieder YOUNGO. Diese Versammlung von Nichtregierungsorganisationen ist akkreditierte Beobachterorganisation der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC).

„Unglaublich viele Aktivitäten durch Jugendliche rund um die Klimakonferenz in Paris“

Neben den beiden delegierten Klimareportern der Jugend-Umwelt-Plattform (JUMP) nahm auch Julia Rainer (derzeitige UN-Jugenddelegierte der Österreichischen Bundesjugendvertretung) an der COY11 in Paris-Villepinte statt. „Die Aufbruchsstimmung unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern war groß. Es war viel positive Energie und Freude für zivilgesellschaftliches Engagement zu spüren. Die Jugendlichen veranstalteten zahlreiche kreative Aktivitäten rund um die UN-Klimaverhandlungen, um auf die Wichtigkeit ihrer Themen aufmerksam zu machen. Sehr beeindruckend und motivierend“, so Rainer wenige Tage nach der Jugendkonferenz im Interview. Sie erkenne jedoch bei einem Großteil der Teilnehmer/innen die Sorge, sich lautes Gehör für eigene Anliegen verschaffen zu können. Trotz großer Ideale der jungen Menschen, stelle Rainer schwindende Erwartungshaltungen an ein erfolgreiches Verhandlungsergebnis im Sinne des Klimaschutzes und der nachhaltigen globalen Entwicklungen fest. „Möglicherweise fehlt bereits bei vielen das Vertrauen in große Konferenzen wie die COP21. Dennoch war die Hoffnung auf Erfolg groß.“

Internationale Klimagerechtigkeit und regionale Kooperationen progressiver Staaten

Rainer betont die Notwendigkeit der alljährlich stattfindenden Jugendkonferenz als „Multiplikator guter Ideen“ sowie „großartige Chance, sich global zu vernetzen und Kräfte zu bündeln“. Für die UN-Klimakonferenz wünsche sie sich persönlich ein verbindliches Abkommen als Nachfolgeprogramm des Kyoto-Protokolls mit Teilnahme aller Staaten sowie internationale Klimagerechtigkeit. Rainer setze künftig auf die Stärke regionaler Kooperationen progressiver Staaten im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes. In Ihrem Blogeintrag zur Jugendkonferenz schreibt Rainer abschließend: „Wie würde die Welt aussehen, wenn diese Jugendlichen die Klimakonferenz COP21 führen würden? Ich bin mir sicher sie würden die Hoffnung auch in diese Verhandlungen hineintragen.“ Richtig.

 

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