Das Abkommen von Paris: Auf die Umsetzung kommt es an!

Gut, alle Staaten der Welt haben sich gestern in Paris auf ein verpflichtendes neues Klimaabkommen geeinigt. Das ist mehr, als die alljährlichen Klimashows der Staaten seit Kopenhagen 2009 erwarten ließen. Sogar auf unter 2 Grad Celsius soll die Erderwärmung beschränkt bleiben: Das 1,5 –Grad-Ziel gilt jetzt als völkerrechtlich verbindlich.

Die meisten Beobachter halten das Abkommen von Paris für eine gute Basis, sogar kritische NGOs. So sagte Greenpeace-Chef Kumi Naidoo laut taz: „Das ist nur ein Schritt auf einem langen Weg, es gibt Teile, die mich frustrieren, aber es ist ein Fortschritt.“

Erstmalige Anerkennung nicht-staatlicher Akteure

Positiv ist auch die erstmalige Anerkennung nicht-staatlicher Akteure, die bislang den weitaus größten Beitrag zum weltweiten Klimaschutz geleistet haben, und zwar sowohl bei Maßnahmen, die einen weiteren Anstieg der globalen Temperaturen entgegenwirken sollen als auch bei Adaptionsmaßnahmen: Der Beitrag von Unternehmen, Gemeinden, Städten und Bürgern zum Klimaschutz wird erstmals lobend erwähnt. Sie werden von der internationalen Staatengemeinschaft aufgefordert, ihre Anstrengungen zu verstärken.

Konferenztourismus und Greenwashing

Kleiner Scherz, könnte man sagen. Denn während die staatlichen Akteure weltweit aufgrund nationaler Befindlichkeiten seit Jahren keinen wirksamen Klimaschutz zustande brachten, sondern nur einen geradezu absurden Konferenztourismus, der noch dazu einigen Großunternehmen eine Bühne für umwelt- und menschenfeindliches Greenwashing bot (Stichwort Großwasserkraftwerke wie Belo Monte, Stichwort Nuklearenergie), handelte die Zivilgesellschaft. Sei es bei der Entwicklung und Umsetzung von dezentralen Energieversorgungssystemen, sei es bei Maßnahmen, die die Städte grüner und damit weniger hitzeanfällig machen.

Auf die Summe vieler kleiner Maßnahmen weltweit kommt es an

Letztendlich kommt es neben dem weiteren Engagement der BürgerInnen, der Unternehmen, Kommunen und Länder vor allem darauf, wie ernst es den Staaten weltweit mit der Umsetzung der gestern beschlossenen Maßnahmen sein wird. Werden sie wirklich die Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern vorantreiben? Werden sie wirklich bald schon die Hände von Öl und Kohle lassen? Werden Sie den Umbau unseres derzeitigen resourcenintensiven Wirtschaftssystems wirklich ernsthaft anstreben? Wohl kaum ohne ein weiteres regelmäßiges Auf-die-Finger-Klopfen durch die Zivilgesellschaft.

Wer es genauer wissen möchte:

https://www.taz.de/Weltklimaabkommen-in-Paris/!5261247/

http://www.foei.org/news/people-power-gathers-momentum-even-politicians-fail-paris

http://www.tagesspiegel.de/mediacenter/fotostrecken/politik/bildergalerie-gesichter-der-klimakonferenz-in-paris/12703532.html

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