9. August 2015  /// Allgemein Bewegung Wirtschaft

Die Schweizer Vollgeldinitiative

Rafael Wütherich, Pressesprecher der Schweizer Vollgeldinitiative, ist sehr optimistisch. Die 100.000 Unterschriften, die erforderlich sind, damit die Forderung nach Vollgeld in der Schweiz zur Abstimmung kommt, sind fast beisammen. Ende August, Anfang September ist das Ziel erreicht. Dann steht einer Volksabstimmung darüber, ob an die Stelle des heutigen Geldsystems, das es jeder Bank erlaubt, selbst Geld „zu drucken“, das Vollgeld-System in Kraft tritt, das die Geldschöpfung nur mehr der Schweizer Nationalbank erlaubt, nichts mehr im Wege.

Dass die unkontrollierten Geldmengen für die wiederkehrenden Finanz- und Wirtschaftskrisen der letzten Jahrzehnte verantwortlich sind, davon sind nicht nur die Initiatoren der Vollgeldinitiative in der Schweiz überzeugt. Auch AEMS 2015 an der BOKU in Wien beschäftigte sich mit dieser Frage (N21 berichtete), allerdings im Kontext der Grenzen des Wachstums (Interview mit Prof. Kromp-Kolb erscheint auf N21 in Kürze).

Die Liste der Unterstützer der Schweizer Vollgeldinitiative ist nicht nur lang, sie ist auch sehr prominent. Bekannte WissenschaftlerInnen, AutorInnen, PolitikerInnen und KünstlerInnen unterstützen das Anliegen und werben aktiv dafür.

Warum das Giralgeld der Banken und seine unkontrollierte Vermehrung ein Problem ist und Vollgeld die Lösung sein könnte, wird auf www.vollgeld-initiative.ch ganz wunderbar erklärt. Die Drei-Minuten-Erklärung, worum es geht, findet man hier: http://www.vollgeld-initiative.ch/3-minuten-info/ .

Empfehlenswert in diesem Kontext ist auch das N21-Interview mit Bernard Lietaer. Dieser stimmt in der Analyse überein, plädiert aber für Währungsvielfalt. Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland ist die Vollgeld-Diskussion virulent. N21 wird diese Vorschläge in den nächsten Wochen und Monaten detaillierter vorstellen und das Geld-Thema dauerhaft begleiten. (cax)

 

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