Anna Holl
Bild: Anna Holl
18. September 2015  /// Leben Reportage Sehenswert Textil

Eintauchen in einen Teil von Dhaka

In Dhaka leben mehr Menschen als in ganz Österreich. 15 Millionen Menschen teilen sich eine Stadt. Das versteht man erst einmal gar nicht. Wie soll das funktionieren?

Ich lebe sonst im kleinen Wien mit 1,7 Millionen Menschen. Das ist nicht viel mehr als ein Zehntel von Dhaka. Und aufgewachsen bin ich in einer Stadt mit 4.000 Einwohnern. So viele Menschen wohnen hier in einer großen Wohnanlage.

Aber die 15 Millionen machen sich schnell bemerkbar. In den vielen, eng aneinander gezwängten Hochhäusern, alle mit 5-17 Stockwerken. In der Geräuschkulisse, die diese Stadt ständig umgibt: Autos, Motorräder, kleine Dreirad-Taxis, die hier CNG genannt werden, und Rikschas. Alle hupen oder klingeln. Selbst wenn ich zu Bett gehe, sind sie mein Schlaflied.

Wirklich bewusst werden mir die Menschen immer wieder, wenn ich von A nach B fahre. Meistens in einer Rikscha und bei längeren Fahrten mit CNGs. Eine Strecke von 10 Kilometer dauert hier mehr als eine Stunde. Zu viele Fahrzeuge für die Straßen, somit bewegen sich die Fahrzeuge streckenweise nur im Schritttempo Täglich sitze ich etwa zwei Stunden im Verkehr. Wenn das CNG dann wieder mal für längere Zeit steht,  frag ich mich immer, wie viele der 15 Millionen gerade auf der Straße sind. Diese Geschichte wird der Stadt aber nicht gerecht.

Ich war in drei Teilen der Stadt unterwegs, habe fotografiert und nehme euch hier mit auf eine Bootsfahrt am Buriganga-Fluss, in das Industriegebiet südlich von Dhaka und in die Altstadt.

Fotos: Anna Holl (alle Rechte vorbehalten)

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Vom Sadarghat-Hafen fahren Fähren in viele verschiedene Städte des Landes und kleine Holzboote bringen Menschen von einem Ufer ans andere.

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Das Ganze erinnert mich ein bisschen an ein weniger schickes Venedig. Die Gondolieri bringen die Passagiere von einer Seite des Flusses auf die andere. Rechts ist die Altstadt von Dhaka, links das Industriegebiet südlich von Dhaka.

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Hier am Buriganga-Fluss sortieren Arbeiter zerkleinertes Hartplastik. Sie waschen es im Fluss und anschließend wird es wiederverwertet. „It goes to China“, sagt Nuer, mein Stadtführer. „And something new comes back to Bangladesh.“

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Video: Flussfahrt und Industriegebiet

Nach einer Rikscha-Fahrt kommen wir ins Textilviertel von Süd-Dhaka. Die blaue Jeansfarbe taucht überall auf der Straße auf.

 

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All diese mehrstöckigen Gebäude sind voller Fabriken, erzählt mir Nuer. Die Fabriken hier produzieren für den lokalen Markt.

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In den Textilfirmen die für den Westen produzieren, ist Kinderarbeit Tabu. Wenn bei einer Fabrikbesichtigung ein Kind gesehen wird, ist die Fabrik für westliche Firmen gestorben, wird mir erzählt. Das ist eine positive Entwicklung.

Das Grundproblem ist damit aber nicht gelöst. Dass manche Eltern ihre Kinder Arbeiten schicken, weil sie an Geld kommen müssen. So findet die Kinderarbeit anderswo statt. Auf den Straßen, als Bettler und Verkäufer, in der Industrie oder wie hier in den Textilfabriken für die lokale Produktion.

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In diesem Raum unterhalb der Fabrik werden die Taschen für die Hosen hergestellt.

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Die fertigen Hosen werden für den Verkauf weiter transportiert. Überall im Viertel sieht man Kleidungsstücke herumwandern. Als wir weitergehen, nicht weit weg von den Fabriken, werden die Textilien gleich verkauft.

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Über den Fluss geht es zurück nach Old Dhaka, die Altstadt. Die Straßen sind voller Leben. Das Auge kann gar nicht alle Reize wahrnehmen.

Video Old Dhaka

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Die Altstadt von Dhaka hat einige alte Gebäude. Aber immer mehr müssen neuen Gebäuden weichen.

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87% der Menschen in Bangladesch sind Muslime. Morgens um ungefähr fünf eröffnet der Muezzin den Tag mit seinem Gesang.

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12 Prozent der Bangladeshis sind Hindus.

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