14. September 2015  /// Bewegung Gesellschaft

Endlich sicher – heute startet die Woche des Grundeinkommens

Von 14. bis 20. September findet zum achten Mal die Internationale Woche des Grundeinkommens statt. Unter dem Titel „A Safety Net for Life“ werden dazu in Österreich, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich und einer Reihe anderen Ländern Veranstaltungen organisiert. Über 25 Länder auf allen Kontinenten fordern während der Grundeinkommenswoche ein „Sicherheitsnetz fürs Leben“. Auch auf N21 wird es diese Woche zahlreiche Beiträge zum Thema geben.

Ab heute, Montag, werden in allen neun österreichischen Bundesländern über 40 Veranstaltungen angeboten. Das Programm umfasst dabei Workshops, Podiumsdiskussionen, Straßenaktionen und vieles mehr. Zudem wird in Kinos in ganz Österreich und einigen Regionalsendern der Film „Grundeinkommen – ein Kulturimpuls“ zu sehen sein. Die Woche des Grundeinkommens wurde erstmals 2008 von AktivistInnen im deutschsprachigen Raum ins Leben gerufen. Sie verstand sich von Beginn an als internationale Bewegung und kommt diesem Ziel vor allem seit 2014 mit der Gründung der europaweiten Organisation UBIE (Unconditional Basic Income Europe) nach. Das weltweit steigende Interesse an der Forderung nach einem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) zeigt sich an der bisher stärksten Beteiligung in der 8-jährigen Geschichte der Internationalen Woche des Grundeinkommens.

Obwohl das Grundeinkommen eine alte Idee ist, mit Wurzeln, von denen manche sagen, dass sie bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, ist in den letzten Jahren eine neue Dringlichkeit gegeben. Die zunehmende Ungleichheit bei Einkommen und beim Zugang zu Ressourcen sowohl innerhalb und zwischen den Ländern, die zunehmende Prekarisierung der Beschäftigung in allen Sektoren, sich abzeichnende technologisch bedingte Arbeitslosigkeit, immer strafendere Regime sozialer Absicherung, und die endlosen, teuren Kriege um Öl und die dadurch erzeugte größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, ganz zu schweigen von den Unsummen, die seit 2008 für die Rettung der Banken ausgegeben wurden – all das hat dazu beigetragen, dass das Grundeinkommen eine Hauptforderung des 21. Jahrhunderts wurde.

Unter dem bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) versteht man eine finanzielle Zuwendung, die jedem Bürger und jeder Bürgerin unabhängig von sonstigem Einkommen, Arbeit oder Lebensweise ausbezahlt wird. Das BGE hat vier wichtige Eigenschaften: Es ist universell und steht damit jedem Mitglied einer Gemeinschaft zu. Es ist personenbezogen, also unabhängig von Haushaltszusammensetzung oder Familienstand. Es ist bedingungslos, also im Sinne eines Menschenrechts unabhängig von Arbeitszwang, gemeinnütziger Arbeit oder traditionellen Geschlechterrollen. Und es ist existenzsichernd, soll also Armut vermeiden und zumindest ein bescheidenes und würdevolles Leben ermöglichen. (ch)

Weitere Beiträge rund um das Thema „Grundeinkommen“ erscheinen im Laufe der Woche bei uns!

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