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27. Juli 2015  /// Bewegung Gesellschaft

Erbärmliches Klimaleugnen

Ein kritischer Kommentar von Claus Reitan zu Werner Gruber „Keine Panik. Die Hitze ist normal“ im KURIER am 26. Juli 2015:

Mit von Zeile zu Zeile zunehmendem Entsetzen habe ich das Interview von Ida Metzger mit Werner Gruber im KURIER vom 26. Juli 2015, Seite 14 gelesen. Dieser Text ist eine Banalisierung des Klimawandels bzw. der globalen Erwärmung und eine Leugnung der anthropogenen Ursachen. Seinen rechthaberischen Unterton bezieht er aus dem Umstand, etwas zu dementieren, was ohnedies niemand behauptet, dass nämlich die hohen Temperaturen der Juli-Tage direkte Folge des Klimawandels seien.

Gemessen am tatsächlichen Wissensstand bietet dieses Gespräch nur eine schlichte Kommentierung der Wetterlage und Entbindung von Verantwortung. Es liegt konträr zu den Darstellungen etwa des Weltklimarates (IPCC, AR5) und des Austrian Panel on Climate Change (APCC, AAR14) sowie art- und sachverwandter Expertisen und unter deren Niveau.

Wenn bezüglich Andersdenkender von Hysterie und Kaffeesudleserei gesprochen wird, ist dies nicht wissenschaftlich und relevant, sondern unwürdig und erbärmlich.

Was wären die Konsequenzen aus diesem Interview? Ganz klar: Wissenschaftler erkennen ihren Irrtum, Fachjournale machen eine Kehrtwendung, Peer Reviews werden zurückgezogen. Dann streicht die UNO ihre Sustainability Development Goals, Papst Franziskus lässt „Laudato si“ entsorgen und die Klimakonferenz wird abgesagt. Denn dank Gruber wissen wir: „Keine Panik. Die Hitze ist normal“.

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2 Antworten zu “Erbärmliches Klimaleugnen”

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