15. September 2015  /// Gesellschaft Wirtschaft

Es geht nicht immer nur um Geld

Claus Reitan

Die Mikrofinanzierungen sollen auch soziale Wirksamkeit entfalten. Daher bietet Oikocredit auch Beratung und Training an, wie der Vorstand von Oikocredit Austria, Friedhelm Boschert, anlässlich dessen 25-jährigen Bestehens heute in Wien bei einer Pressekonferenz bekanntgab. „Es geht nicht immer nur um das Geld“, sagte Ging Ledesma, Direktorin für Social Performance Management bei Oikocredit International. Die vor 40 Jahren gegründete Bank für Kleinkredite disponiert weltweit ein Volumen von einer Milliarde Euro für ethisch basierte, nachhaltig wirksame Geldanlage.

Die internationale Entwicklungsgenossenschaft unterstützt Menschen in Armut durch die Refinanzierung von Mikrofinanzinstitutionen und Genossenschaften. Die weltweit 800 Partnerorganisationen bieten Personen, Kooperativen sowie kleineren und mittleren Unternehmen in Entwicklungsländern auch Wissen, Kenntnisse und Fertigkeiten in agrarischer Produktion und Vermarktung. Sie wählen Partner aus und übernehmen das Monitoring der sozialen Wirkung, etwa des Erreichens von Entwicklungszielen, der Beschäftigung und Umweltfreundlichkeit. Für die Menschen in Armut sei es zur konkreten Bildung zudem wesentlich, Kapazitäten aufzubauen, um mit Naturkatastrophen umgehen zu können. Daher ist Social Performance Management von zentraler Bedeutung für Oikocredit, wie Boschert und Ledesma erklärten.

Auf Österreich entfallen knapp 5.000 der insgesamt 53.000 Anleger von Oikocredit. Die veranlagten Gelder – aus Österreich 735 Millionen Euro – werden über eine zentrale Koordinationsstelle in den Niederlanden an Regional- und Länderbüros in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa geleitet.

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