11. September 2015  /// Allgemein Gesellschaft Leben Wirtschaft

Rush-Hour: Familie der Zukunft

Anlässlich des gestrigen BMFJ-Symposiums „Rush-Hour des Lebens – Familie.Beruf.Generationen“ präsentierte Familienministerin Sophie Karmasin in der Aula der Wissenschaften in Wien wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomie und Psychologie und bat ausgewählte Expert_innen und alle Symposium-Teilnehmer in vier Workshops um Ihre Ideen für die Familien der Zukunft.

Die Fragen lauteten: Was braucht es für ein familienfreundlicheres Gesellschaftsmodell und Zusammenleben von verschiedenen Generationen? Wie kann ein familienfreundlicheres Arbeitsumfeld im Sinne von „Vereinbarkeit Familie und Beruf“ geschaffen werden? Und wie kann die Digitalisierung in Familien und in der Bildung zukunfstsorientierter eingebunden werden?

Die Ergebnisse der Workshops wurden vorgestellt und diskutiert. Nachfolgende Ideen und konkrete Maßnahmen im Sinne einer familienfreundlicheren Gesellschaft und Politik wurden genannt:

  • Der Mindset „Familie“ und die Kinderbetreuung positiv besetzen, Kinder nicht weiter als Belastung thematisieren sondern als Gewinn, Rahmenbedingungen für wirkliche Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung schaffen.
  • Bedingungsloses Grundeinkommen unabhängig von bezahlter oder unbezahlter Tätigkeit.
  • Väterkarenz und Väterbeteiligung stärker ausbauen, Kinder und ihre Bedürfnisse bei politischen Entscheidungen mehr in den Mittelpunkt rücken, ihnen einen Rechtsanspruch einräumen, sodass Vater und Mutter in Karenz gehen können.
  • Ausbildungskosten für Kinder und Jugendliche steuerlich besser stellen.
  • Die Kinderbetreuung qualitativer gestalten, eine Akademisierung der Elementarpädagogik einführen, flächendeckende Ganzjahresbetreuungen.
  • Job-Sharing-Modelle, die Möglichkeit sich Auszeiten für die Familie nehmen zu können.
  • Den Mutter-Kind-Pass in einen Familienpass umbenennen, die Terminologie „Karriere“ umformulieren in „erfüllenden Beruf“, im Schulunterricht sich dem Thema Familie vermehrt widmen.
  • Generationsübergreifende Lebensarbeitszeitmodelle, Vereinbarkeit von Familie und Pflege von Angehörigen fördern, eine Umbenennung des Ministeriums sodass die Generation 50+ darin Platz findet, Familienberatungsstellen finanziell stärker unterstützen und auf ältere Generation bzw. Großeltern ausweiten, Großeltern politisch mehr Raum in der Kindererziehung einräumen, rechtliche Gleichstellung aller Lebens- und Liebesformen.
  • Im Kindergartenalter die Angebote Medienbildung und Medienerziehung ausbauen, digitale Medien mit positiven Ansätzen verknüpfen, vorhandene Angebote für Familien – Hotlines und Apps – ausbauen, Medienkompetenz in den Schulunterricht einführen, bewusste Gestaltungen der Digitalisierung gemeinsam mit allen Beteiligten.

Familien haben einen entscheidenden Einfluss auf unsere Zukunft

Dies unterstrich auch Deutschlands führender Innovationsexperte, Dr. Jens-Uwe Meyer, in seinem nachfolgenden Vortrag zum Thema „Der Einfluss der Familienpolitik auf die Innovationskraft“. Seine Botschaft war klar: Nutzen wir die Begrifflichkeit „Wettbewerbsvorteil“ statt „Vereinbarkeit“. Denn die Familienpolitik ist einer der größten Treiber – für die Wirtschaft, für die Innovation und damit für unsere Zukunft.

 

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