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Bild: Christine Ax / Die Idylle täuscht.
18. Juli 2015  /// Gesellschaft Leben Wirtschaft

Japan nach dem Wachstum

Japans Bevölkerung schrumpft schneller als in jedem anderen Land. Bis Mitte des Jahrhunderts wird die Insel rund 30 % seiner Bevölkerung verloren haben. 60 % des Landes werden unbewohnt sein. Japans Regierung versuchte bisher vergeblich gegenzusteuern. Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig und sowohl ökonomischer als auch soziokultureller Natur. Die wirtschaftlichen Risiken in den letzten 10 Jahren sind kontinuierlich gestiegen. Immer mehr JapanerInnen sind prekär beschäftigt, und für sie ist die Berufstätigkeit mit Familie unvereinbar. Das Land ist fest in der Hand von Männern.

Zwei Meldungen in dieser Woche zeigen, wie wenig sich trotz des wachsenden Problemdrucks bisher geändert hat. Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt veröffentlichte Ergebnisse einer Umfrage, die zu dem Ergebnis kommt, dass die Lust auf Kinder unter japanischen Singles noch niedriger ist, als vor 10 Jahren.  Und auch der Anteil der Frauen, die in der Politik etwas zu sagen haben, ist immer noch nicht gestiegen.

Die drittgrößte Industrienation der Welt ist hoch verschuldet (230 % des BIP). Dies ändert aber nichts am unverwüstlichen Glauben der japanischen Regierung, dass Wachstum möglich sei und jedes Mittel erlaubt, um dieses Ziel zu erreichen. (cax)

Mehr über Japans Weg in die Postwachstumsgesellschaft ist in diesem Büchlein zu finden: Christine Ax,  Reise ins Land der untergehenden Sonne – Japans Weg in die Postwachstumsgesellschaft, Verlag Zeitpunkt.

 

 

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