28. August 2015  /// Gesellschaft Leben Umwelt

Tonnen an Kunstoff-Netzen im Meer

130 Tonnen alte Kunststoffnetze haben Naturschützer und Fischer seit Mai vor der polnischen Küste aus dem Meer geholt. Die Netze, die sich oft an Wracks verhaken und dann zur tödlichen Falle für Fische und andere Meeresbewohner werden, machen nach Angaben der Umweltorganisation WWF etwa zehn Prozent des gesamten Plastikmülls in der Ostsee aus.

Eine frühzeitige Bergung der alten Netze sei wichtig, da diese sonst in winzige Partikel zerfielen, die dann in die Nahrungskette gelangten, sagte WWF-Meeresschützer Jochen Lamp bei einem Besuch von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in Stralsund in dieser Woche.

Das Projekt vor der polnischen Küste wird vom Europäischen Fischereifonds gefördert und läuft noch bis September. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) versucht, die Fischer mit dem Aufstellen von Sammelbehältern in Häfen für den Meeresschutz zu gewinnen. Die Fischer können in ihren Heimathäfen kostenlos alte Netze und Plastikmüll, der in ihren Netzen gelandet ist, abgeben, ohne dass sie die Kosten für die Entsorgung tragen müssen. (hj)

Quellen: dpa

Umweltbundesamt: Vermüllung der Meere noch lange ein Problem

BUND-Einkaufsratgeber: Mikroplastik, die unsichtbare Gefahr

WWF:Das kann kein Meer mehr schlucken: Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll.

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