Leute machen Kleider
Anna Holl, Matthias Humer, Marlene Kurzmann, Mario Hanousek, Marcus Harris
Die großen Textilkonzerne wollen zwei Dinge: Expandieren
im großen Stil und gleichzeitig als nachhaltige und soziale Unternehmen agieren. Kann beides funktionieren?
09. Februar 2016
Im weißen Apothekerkittel steht Mahamudul Hridoy am Holzstuhl. Er greift nach einem der vielen Medikamente ganz oben im Regal. An seiner rechten Hand baumelt die Krücke, die er seit zwei Jahren jeden Tag mit sich trägt. Vor zwei Jahren war er kein Apotheker. Vor zwei Jahren arbeitete er in einer großen Textilfabrik. Eines Tages landete ein Teil der Betondecke auf seinem rechten Fuß. Das Fabrikgebäude, in dem er arbeitete, stürzte ein. Achtzehn Stunden war er eingezwängt. Dann wurde er gerettet. Er und 2.438 andere überlebten. 1.134 Menschen hatten weniger Glück und starben. Wenn Hridoy davon erzählt, beginnt er zu weinen. Jeden Abend vor dem Einschlafen denkt er daran. Jetzt lächelt er seinen Kunden freundlich an und reicht ihm das Medikament.

Im April 2013 stürzte der achtstöckige Rana-Plaza-Komplex im Textilviertel Savar außerhalb von Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, ein. Mehrere Wochen lang wurden Textilarbeiter aus dem Trümmern gerettet, über tausend aber starben bevor Hilfe kam. Beide, Verstorbene und Überlebende, hatten Kleidung für große Textilfirmen wie C&A, Mango, Benetton, Kik und NKD genäht. Es war nicht der erste Unfall in Bangladesch. Doch der tragischste. Es war der größte Industrieunfall seit 1984 in der indischen Stadt Bhopal. Plötzlich schaute die ganze Welt auf Bangladeschs Textilindustrie und die Arbeitsbedingungen der Näher. Was zuvor kaum Thema war, wurde zu einer öffentlichen Debatte. Es entstand Druck auf die großen Textilkonzerne.

Was passierte dann?

Sicherheitsabkommen
Drei Wochen danach unterschrieben einige internationale Textilhändler den „Bangladesh Accord on Fire and Safety". Heute hat er 216 Unterzeichner (u. A.: Zara, H&M und C&A). Das Abkommen gilt fünf Jahre lang. In dieser Zeit werden alle Fabriken auf Bau- und Feuersicherheit inspiziert und Veränderungsmaßnahmen formuliert. Werden diese nicht umgesetzt, werden die Fabriken geschlossen.
Kompensationszahlung
Nach dem Einsturz des Rana-Plaza Komplex wurde ein Kompensationsfond für die Opfer eingerichtet. Zwei Jahre nach dem Unglück wurde der Topf endlich voll:
30 Millionen US-Dollar wurden eingezahlt und werden als Entschädigung an die Opfer und Angehörigen ausbezahlt.
Gesetzesänderung
Drei Wochen nach dem Rana-Plaza-Einsturz lockerte die Regierung von Bangladesch das Gewerkschaftsgesetz, so dass Arbeiter nun eine Gewerkschaft ohne die Zustimmung des Fabrikbesitzer gründen dürfen. Ein halbes Jahr später erhöhte die Regierung den Mindestlohn der Arbeiter um 77% auf 5.300 Taka (60 Euro).

Zweieinhalb Jahre nach dem Unglück ist es ruhig um das Thema geworden. Die Textilindustrie ist nur mehr selten auf der Nachrichten-Agenda. Trotz positiver Veränderungen bleibt eine Frage: Haben die Textilkonzerne aus dem fatalen Einsturz gelernt?

In der Stille um das Thema werden Expansionspläne geschnürt. H&M, einer der größten Textilhändler in Österreich, will über zehn Prozent wachsen. Jedes Jahr. Gleichzeitig formuliert der Konzern ausführliche Punkte-Pläne zur Nachhaltigkeit. Passt das zusammen? Sind die Verhaltensregeln ernst zu nehmen oder nur eine Imagepolitur?
Wie ein großer, dicker Riese steht er da, der mehrstöckige Fabrikskomplex. Rund um ihn die flachen Wohnhäuser der Arbeiter. Vor ein paar Jahrzehnten war hier in Ashulia, einem Außenviertel der Hauptstadt von Bangladesch, nichts. Mit den Fabriken kamen die Arbeiter. Die vielen Komplexe ragen hoch hinaus über das Meer an Wohnhäusern. Fast alle die hier leben arbeiten als Textilarbeiter. Jeden Morgen gehen sie kurz vor acht zur Arbeit. Es ist wie eine Völkerwanderung. Hin zur Fabrik.
Auf der Wand vor der Fabrik steht
"Ananta". Es ist eine offizielle Zulieferfabrik von H&M. Der schwedische Konzern veröffentlicht Namen und Adressen seiner 1.930 weltweiten Zulieferer. Transparenz die sonst wenige Konzerne zeigen.

H&M ist einer von vielen Konzernen, die in Bangladesch produzieren lassen. In Österreich ist der Konzern einer der bekanntesten Textilketten. 1994 wurde der erste H&M-Shop eröffnet. Mittlerweile sind es 76 Filialen in Österreich. Der Konzern macht in Österreich im Schnitt jährlich 553 Millionen Euro Umsatz, das sind pro Filiale 7,3 Millionen Euro.

Wie viele Konzerne schmückt sich H&M mit bis ins kleinste Detail ausformulierten Verhaltensregeln: den Arbeitern, der Gesellschaft und den Natur gegenüber. Keine Zwangsarbeit, keine Kinderarbeit, Überstundenregelung, Umweltschutz, nachhaltiger Transport, zertifizierte Zulieferer und: faire Löhne.

Bei einem genauen Blick auf die Zulieferbetriebe zeigt sich schnell: Weltweit lasst H&M seine Kleidung vor allem dort schneidern, wo es die billigsten Arbeitskräfte gibt.

An Arbeitskräften fehlt es in den Entwicklungs- und Schwellenländern nicht. In Ashulia gibt es wenige hundert Meter neben der H&M-Zulieferfabrik ein Ausbildungszentrum für Näher. Trainer Homayolen Kober spinnt gerade den Faden neu ein. Hinter ihm nähen zwei Frauen an Jeansstoff herum. Die eine näht eine Hosentasche an, die andere einen Reißverschluss. Beide sind vom Landesinneren hierher gekommen, um Geld zu verdienen. Vom Internetcafe im unteren Stock dröhnt laute Radiomusik herauf. Kober hat acht Jahre lang in einer Fabrik gearbeitet. Jetzt lernt er jenen das Nähen, die dort arbeiten wollen. Mit dem Mindestlohn von 5.300 Taka (60 Euro) ist ein Job in der Fabrik immer noch eine gute Möglichkeit für viele Bangladeshi.

""In der Fabrik kann ich viel mehr verdienen als am Land. Wenn man Single ist, ist das Gehalt okay. Ich rechne mit 8.000-9.000 Taka (zirka 100 Euro) im Monat. Wenn ich Kinder oder eine Mutter hätte, um die ich mich kümmern müsste, bräuchte ich mehr Geld, um um die Runden zu kommen."
- Rawshan



"Ich rechne mit 8.000 Taka (94 Euro) im Monat. Ich habe keine Kinder, also ist es in Ordnung. Vorerst ist das genug. Am Land gibt es keine Arbeit. Ich könnte dort nicht so viel verdienen. Für diejenigen, die nicht viel Geld und keine Schulausbildung haben, sind die Textilfabriken eine Möglichkeit."
- China Begum
Die Produktion von Kleidung hat sich sehr stark verändert. Während Kleidung vor der Globalisierung zu einem großen Teil auch in jenen Ländern hergestellt wurde, wo sie verkauft wurde, tun dies heute billige Arbeitskräfte in Schwellen- und Entwicklungsländer. Die Abwanderung zahlt sich für die großen Textilhändler aus. Durch sie konnten die Profite gesteigert und die Preise billig gehalten werden. Wie billig, dass ist schwer herauszufinden.

Ein bekanntes Produkt von H&M, das Basic Stretch T-Shirt, wird in 58 Ländern verkauft. Einen genauen Wert hat es nicht. Die Preispanne reicht von 4,15 Euro in Ungarn bis 13,23 Euro in Singapur.
Was die Produktion H&M kostet will der Konzern nicht verraten. "Wir haben uns entschlossen, solche Detailinformationen für einzelne Produkte nicht zu kommunizieren", sagt Pressesprecherin Kerstin Sellner. Hier endet die Transparenz.

Laut der Clean Clothes Kampagne bekommt eine Näherin vom Verkaufspreis eines 29-Euro-T-Shirts nur 0,6 Prozent. Das sind 18 Cent. Material- und Transportkosten und die Bezahlung der Arbeit in den Produktionsländern machen insgesamt nur knapp 30 Prozent des Gesamtpreises eines T-Shirts aus. Der Rest bleibt den westlichen Händlern.
Es ist zwölf Uhr. Mittagspause. Mohammed Nasir kommt von der Fabrik und begrüßt den Trainer. Er arbeitet seit 15 Jahren in der Textilindustrie und hat sich hochgearbeitet. Vom Gehilfen zum Näher, zum Vorarbeiter, zum Line-Chief, zum Stockwerk-Manager. Seit drei Jahren ist er Produktionsleiter bei Ananta Garments, der H&M Zulieferfabrik. Er verdient 45.000 Taka (530 Euro) und damit fünf Mal mehr als die meisten Näher. Als er noch Näher war, verdiente er nur 4.000 Taka (47 Euro), aber damals war alles billiger, erzählt er. Für die Arbeiter sei es heute viel härter. Die Mietpreise hätten sich versechsfacht, die Löhne aber nur verdoppelt. "Es ist hart und schwierig mit 8.000 Taka (94 Euro) zu überleben. Die Arbeiter haben keine Ersparnisse. Wenn sie die Fabrik verlassen, haben sie nichts", sagt Nasir.

Die Forschungsergebnisse der Asian Floor Wage Allianz, einem Netzwerk aus Gewerkschaften und Aktivisten, zeichnen ein ähnliches Bild. Die Allianz berechnete für zwölf asiatische Länder einen Existenzlohn, also einen Lohn der im Gegensatz zum Mindestlohn die Lebensgrundlage sichert. Das beinhaltet: Nahrung, Wohnen, medizinische Behandlung, Bildung, Kleidung, Mobilität und Ersparnisse. Die Diskrepanz zwischen dem, was die Arbeiter bekommen und was errechnet wurde ist hoch:
Rubi Begum läuft vom Fabriksgebäude zu ihrem Wohnhaus. Sie macht schnelle Schritte. Eine Stunde Mittagspause hat sie, bis die Arbeit wieder los geht. Vier Stunden Arbeit hat sie schon hinter sich. Sie arbeitet als Näherin bei "Ananta Garments" und verdient dort 11.000 Taka (129 Euro). Sie geht von der breiten Nebenstraße in die dünnen Gassen des Viertels, die immer weiter in das Netz der Häuser führt. Sie geht vorbei an vielen Wohnstraßen, wo sich sechs bis sieben Zimmer aneinander reihen und gegenüber stehen. Schließlich kommt sie in ihrer Wohnstraße an.


Rubi Begums Arbeitsausweis von "Ananta Garments"
Begum wärmt sich Essen auf und isst es am Bett sitzend. Es ist immer das gleiche Bild. Die Wohnungen der Textilarbeiter bestehen aus einem Zimmer. Mit Doppelbett und Schrank, manchmal einem kleinen Fernseher, und ein oder zwei Regalen, gefüllt mit Kochtöpfen, Zahnbürsten, Kleidung, was es so braucht zum Leben. In so einem Raum leben nicht selten vier Leute: Vater, Mutter, Kinder. Draußen vor der Tür eine kleine Feuerstelle, die von mehreren Familien in der Wohnstraße geteilt wird. Genauso wie die Toilette. Fast die Hälfte des Lohnes bezahlen die Arbeiter für das Wohnen allein. Der Rest muss für Essen, Transport, medizinische Behandlungen und Schulgebühren der Kinder ausreichen. Oft wird Geld an die Verwandten vom Land geschickt. Oft reicht es nicht aus. Viele Textilarbeiter haben kleine Kredite, die sie bei Bekannten aufnehmen. Oft wird ein neuer Kredite aufgenommen, um den ersten zu bezahlen. Einige wenige können kleine Beträge sparen. Der Existenzlohn für Bangladesch wurde mit 29.000 Taka (340 Euro) monatlich berechnet. Der Mindestlohn ist 5.300 Taka (62 Euro). Die meisten Arbeiter verdienen sich mit Überstunden etwas dazu und bekommen um die 8.000 Taka (95 Euro).

Die Clean Clothes Kampagne, eine Nicht-Regierungs-Organisation, die in 16 europäischen Ländern vertreten ist und sich für die Rechte der Textilarbeiter einsetzt, hat die großen Textilkonzerne nach ihren Bemühungen, einen existenzsichernden Lohn zu zahlen, bewertet. Die Konzerne schneiden sehr unterschiedlich ab. Aber davon einen Existenzlohn zu zahlen, sind alle weit entfernt.
Die großen Textilketten agieren in einem komplexen Marktsystem. Sie besitzen selbst keine Fabriken, sondern lassen bei Zulieferern, die auch andere Marken als Kunden haben, produzieren. "Es ist nicht möglich, in diesem Umfeld nur für die Produktion von H&M höhere Löhne zu zahlen. Deshalb muss die Veränderung gemeinsam getragen werden", meint H&M-Pressesprecherin Sellner. Wenn es um Existenzlöhne geht, ziehen sich die großen Textilkonzerne gerne aus der Verantwortung. "Wir bestimmen die Höhe der Löhne der Arbeiter nicht - wir sind Einkäufer", sagt Sellner. H&M ermögliche und unterstütze, dass die Löhne durch faire Lohnverhandlungen jährlich angepasst werden. Als Voraussetzung dafür nennt Sellner einen "höheren von der Regierung festgesetzten Mindestlohn".

Grundsätzlich ist es die Aufgabe von den Regierungen die Mindestlöhne so hoch zu setzen, dass die eigenen Bürger auch davon leben können. Die Konkurrenz am Textilmarkt hat jedoch zugenommen. Viele Länder konkurrieren um die Aufträge der großen Textilhändler. Das bringt diesen eine große Verhandlungsmacht. Wenn Regierungen die Mindestlöhne erhöhen, stehen sie in der Gefahr, dass die großen Textilhändler die Produktion ins nächste Land übersiedeln.

Auch die einzelnen Fabriken stehen in Konkurrenz zu einander. Die großen Textilkonzerne arbeiten meist mit konzernexternen Zwischenhändlern, die sie mit einem gewünschten Stückpreis zu den Verhandlungen mit Fabriksbesitzern schicken. Fabriken gibt es genug. Wer den geringsten Preis und gute Ware anbietet, bekommt den Vertrag.

"Mit Größe kommt Verantwortung", sagt H&M in einem Online-Image-Video auf seiner Homepage. In der Realität gilt ein zweiter Grundsatz: Mit Größe kommt Macht.

Nach außen hin zeigt sich H&M gewillt, faire Löhne zu zahlen. Im selben Video stellt eine tiefe Männerstimme zu optimistischer Musik klar, dass H&M glaubt eine wichtige Verantwortung dafür zu tragen, wie die Fabriken arbeiten, obwohl sie diese nicht selbst besitzt. "Unsere Vision ist es, dass alle unsere Zulieferer, ihren Arbeitern einen fairen Existenzlohn zahlen", sagt die Männerstimme für den Konzern. Damit zeigt H&M mehr Verantwortung als die meisten seiner Konkurrenten. Bis 2018 will der Konzern, bei all seinen strategischen Lieferanten Zahlstrukturen für einen fairen Existenzlohn implementieren. Das soll 850.000 Arbeiter betreffen.

H&M definiert den Existenzlohn allerdings auf seine eigene Art und Weise und will sich nicht genau festlegen. Der Konzern gibt keine konkrete Angabe zur Höhe des Existenzlohns und sagt jener Lohn, den die Textilarbeiter fair finden, ist für H&M ein Existenzlohn. Anders als bei den Berechnungen der Asian Floor Wage Allianz werden Mobilität und Ersparnisse bei den Befragungen der Textilarbeiter zum gerechten Lohn nicht beachtet.

H&M hat 850 Lieferanten, die zusammen 1.930 Fabriken besitzen. In den 721 Fabriken der strategischen Lieferanten soll der eigen definierte Existenzlohn gezahlt werden. Dafür hat H&M 2013 in drei Zulieferfabriken ein Pilotprojekt begonnen, in dem die Zahlstrukturen ausgetestet werden. Zwei Jahre später wurde das Konzept auf 68 Fabriken ausgeweitet.

Bis 2018 will H&M nun auf mindestens 721 Fabriken aufstocken. In drei Jahren hat man es auf 68 geschafft, in zwei will man nun auf 721.

Und dann bleiben immer noch restliche 1.209 Fabriken. Hinzu kommt die Expansionsstrategie von H&M. Pro Jahr will der Konzern um zehn bis 15 Prozent wachsen. Das erfordert einen Zuwachs an Fabriken. Derzeit hat der Konzern weltweit 3.700 Filialen. 2016 allein wären das mindestens 370 neue Filialen, die mit Ware beliefert werden müssen. Wieder eine große Anzahl von Zulieferfabriken, mit Arbeiter, die auch einen Existenzlohn verdient haben.
Hridoy bekommt in seiner Apotheke Besuch von drei Freunden. Sie haben Essen mitgebracht. Zwei von ihnen, Musaraf und Apon, arbeiten in einer Fabrik. Mamun nicht. Er wollte vor ein paar Jahren in einer Fabrik in der Nähe anfangen und erfragte das Gehalt. Als er die Antwort hörte, ging er wieder weg. "Damit kann ich meine Familie nicht ernähren", sagt er. Jetzt verkauft er Farben und arbeitet als Maler. Musaraf arbeitet seit drei Jahren 14-16 Stunden am Tag, sechs Mal die Woche. Dafür bekommt er 12.000 Taka (140 Euro) , fast die Hälfte davon für die Überstunden. Er schickt Geld an seine Schwester. Zwei Jahre will er noch so weitermachen, dann will er sich mit dem ersparten ein eigenes Geschäft aufbauen. "Jetzt bin ich noch jung, jetzt halte ich das noch aus. Ich muss Geld für später sparen", sagt er.

Apon würde auch gerne mehr Überstunden machen. Aber in seiner Fabrik kann er täglich nur zwei Überstunden machen. Er verdient deswegen die üblichen 8.000 - 9.000 Taka (zirka 100 Euro). In anderen Jobs außerhalb der Textilindustrie hat er schon weniger verdient. Das Gehalt reicht für ihn und seine Mutter gerade aus. Sie haben genug zu Essen, einige Sachen können sie sich nicht leisten, und wenn jemand krank wird müssen sie Geld ausborgen. "Auch wenn es anstrengend ist, würde ich würde gerne mehr Überstunden machen. Einfach um mehr Geld zur Verfügung zu haben", meint er.

Spät am Abend schließt Hridoy seine Apotheke. Die vier Männer gehen ihrer Wege. Zwei von ihnen müssen morgen wieder in die Fabrik. Denn: Leute machen Kleider.


Der Datensatz

Für diese Geschichte haben wir mit Daten von H&M gearbeitet. H&M veröffentlicht auf seiner Homepage einen Großteil seiner Zulieferfabriken. Wir haben sie in diesem Datensatz gesammelt, die Dopplungen rausgenommen, die Fabriken pro Land gezählt und den Mindestlohn dazu recherchiert.

Made on
Tilda