Walter Mathes
Bild: Walter Mathes
4. September 2015  /// Bewegung Gesellschaft

Making of N21

Zwei Jahre haben Christine Ax und ich darüber nachgedacht, geschrieben und gesprochen, so etwas zu machen. Jetzt endlich ist es so weit. N21 hat Anfang des Sommers das Licht der Welt erblickt und erscheint seither täglich neu. Seit zwei Monaten sind wir online, haben über 130 Beiträge veröffentlicht, das sind im Durchschnitt ca. zwei pro Tag. Inklusive Wochenende.

Apropos Wochenende. Vielleicht war es insofern keine gute Idee, Ende Juni zu beginnen, als viele Menschen in Urlaub sind, wir selber aber auf unseren Urlaub verzichtet haben, um dieses neue, große Projekt zu starten. Vielleicht aber doch. Denn es waren ausgesprochen spannende Wochen. Mit diesem Blog möchten wir unsere LeserInnen ein wenig teilhaben lassen an dem, wie wir unsere täglichen Beiträge produzieren.

20 AutorInnen aus Deutschland und Österreich, aber auch aus Griechenland und den Niederlanden haben bisher Artikel verfasst. Viele weitere stehen in den Startlöchern. Jeden Montag treffen wir uns zu einer Redaktionskonferenz – vor Ort in Wien und via Skype, bei der wir auch sehr grundsätzlich über die Weiterentwicklung des Projekts reden.

Ein Kernteam mit Christine Ax, Evelyne Huber, Christina Buczko und Christian Hinterberger kümmert sich täglich um die Umsetzung, den Redaktionsplan,aber auch das Marketing und alles andere, das nötig ist, um N21 an die LeserIn zu bringen, Social Media inbegriffen.

10 x 5000€ für N21

Nachdem wir einen Sommer lang sehr engagiert gearbeitet haben, müssen wir nun zeigen, dass sich N21 auch wirtschaftlich „rechnet“. Wir erhielten viele positive Zuschriften und konnten auch schon erste zahlende AbonnentInnen gewinnen, obwohl wir im Moment noch alle Inhalte kostenlos anbieten. In diesem Herbst wird sich zeigen, ob N21 erfolgreich durchstarten kann. Wir sind davon überzeugt. Fraglich ist nur, in welchem Zeitraum: Zwei Jahre Vorbereitung, das Team zusammen zu stellen, die Website und einen stabilen Workflow aufzusetzen, Grafik und Inhalt hat uns einiges an Geld gekostet, auch wenn die meisten AutorInnen bisher auf ein Honorar verzichtet haben. Ab Herbst wollen wir aber alle AutorInnen fair bezahlen. Mehr als 50.000€ Anfangsinvestitionen kamen bisher zusammen. Dafür brauchen wir bis Jahresende mindestens 1000 AbonnentInnen.

Und weil Zeit Geld ist, suchen wir außerdem Menschen, die diese Anfangsinvestitionen mit einer Finanzspritze unterstützen. Die grundlegende und direkteste Möglichkeit, das zu tun, ist, jetzt schon, ein kostenpflichtiges Abo zu bestellen und andere davon zu überzeugen, es auch zu tun. Ein normales Abo kostet 21 ct/Tag, also 77€ pro Jahr, ein Förderabo 350€. Natürlich werden auch darüber hinausgehende Spenden gerne entgegen genommen. Und wir suchen zehn Menschen, die uns das für N21 nötige Anfangskapitel zur Verfügung stellen – verzinst und rückzahlbar. 10×5.000€ sind 50.000€. 3% in Geld – oder fünf Jahresabos für FreundInnen oder alle, denen Sie N21 ans Herz legen wollen, was einer Verzinsung von etwa 7% entspricht. Für genauere Informationen stehen wir gerne auch persönlich zur Verfügung!

 

Ein Sommerfrischerl

Wie gesagt, viel Urlaub war diesen Sommer nicht. Am vergangenen Wochenende habe ich mir dann aber doch noch zwei Tage in meinem geliebten Salzkammergut gegönnt. Ein Sommerfrischerl sozusagen. Gerade das Richtige für die letzte der fünf Hitzewellen, die Wien in diesem Sommer heimgesucht haben.

Zur Einstimmung hab ich schon im Zug „Letzter Applaus“, den neuesten im Ausseerland,-Krimi von Herbert Dutzler angefangen. Und: Überraschung. Er beginnt als Beitrag zu unserem „Textilschwerpunkt“: „Auf diesen Einsatz hätte Gasperlmaier gern vergessen. … Es war wegen dem Trachtenparadies. … Das Trachtenparadies war nämlich kein alteingesessenes Geschäft, sondern eine Filiale einer Textilkette, die sich bereits über fast ganz Österreich und Bayern verbreitet hatte und Billigtrachten unklarer Herkunft verkaufte. Gemunkelt wurde sogar, dass die angebotene wäre in Indien und Bangladesch gefertigt wurde. Aus billigem Ziegenleder sollten die Lederhosen sein, hörte man.“

Aber sehr weit bin ich noch nicht gekommen, wenn die lieb gewordenen Urlaubsverrichtungen in zwei Tagen Platz finden müssen: Kauf und Lektüre der „Alpenpost“ , Besuch in dem mehr als gut sortierten Bad Ausseer Buchladen mit zwei Entdeckungen, die mir in Wien nicht aufgefallen sind („Im Meer schwimmen Krokodile“, die wahre Geschichte eines als Kind auf die Schlepper-Route von Afghanistan nach Italien geschickten 10-jährigen Jungen, und Uwe Radas Kulturgeschichte „Die Adria. Die Wiederentdeckung eines Sehnsuchtsortes“), die dann gleich bei einem Eiskaffee in der Kurkonditorei „Lewandowski“ angelesen werden mussten. Besprechungen folgen vielleicht bald auf N21.

Das Salzkammergut ist wirklich ein intellektuell-kreativer Kraft-Ort. Aber dann widmet man sich doch den Dingen, die auch die große Sommerfrische so schön machen: eine Wanderung um den Altausseer See zur Seewiese, um – begleitet von der Grundlseer Geigenmusi“ einen geräucherten Saibling nebst Apfel-Heidelbeerstrudel und einen Sommerspritzer zu sich zu nehmen, schwimmen zu allen Tages- und Nachtzeiten (Vollmond!). Schee woar’s. Und so vergnüglich, dass ich nicht einmal auf den Auslöser meines Fotoapparats gedrückt habe, weswegen das Foto in diesem Beitrag von Wikimedia kommt. Danke, Crowd!

5 Antworten zu “Making of N21”

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