7. Oktober 2015  /// Gesellschaft Politik Wirtschaft

Enquete der Chancen

Claus Reitan

Nachhaltigkeit und Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung sind ohne Inter- und ohne Transdisziplinarität nicht zu haben. Dieser Einsicht lässt die Allianz Nachhaltige Universitäten in Österreich weitere Schritte folgen: In einem Memorandum of Understanding verpflichten sich die Universitäten der Allianz, ihre Kräfte zu bündeln, um die Nachhaltigkeit in den vier Bereichen Lehre, Forschung, Universitätsmanagement und Wissensaustausch zu stärken. Das Memorandum wurde von den neun Universitäten der Allianz am 6. Oktober an der Wirtschaftsuniversität Wien unmittelbar vor Beginn ihrer Enquete der Chancen unterzeichnet.

Diese von Helga Kromp-Kolb (Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit) und Fred Luks (WU-Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit) geleitete Enquete war der Auftakt in der Diskussion um die Vorreiterrolle der Universitäten für eine zukunftsfähige Entwicklung der Gesellschaft. Diese Aufgabe haben die Universitäten „angesichts der aktuellen großen Herausforderungen“ wahrzunehmen. Zu den Grand Challenges gehören Probleme wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Ressourcenknappheit, Ernährungssicherheit, demographischer Wandel, soziale Sicherheit sowie Migration und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner forderte in seiner Keynote vor der Enquete daher auf: „Die Forschung soll Empfehlungen geben.“ Die Vergesellschaftung der Universitäten sei zu begrüßen, auch die Europäische Union lade ein zu einer Science for Policy. Die Sache eilt allerdings, wie Dirk Messner (WBGU) nach seinem Referat im abschließenden Statement sagte: „Mir fehlt es an Urgency. Wir müssen die drei Basissysteme der Energie, der Städte und der Landnutzung auf eine neue Grundlage stellen.“

Die Allianz Nachhaltige Universitäten startet 2016 eine Reihe von Dialogkonferenzen. Erste Stichworte zu möglichen Themen: Innovationen für eine nachhaltige Entwicklung, Mobilität und Sustainable Entrepreneurship.

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