28. August 2015  /// Europa Gesellschaft Leben

Online-Aktion gegen Glyphosat

In den nächsten Monaten wird entschieden, ob das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat erneut für zehn Jahre zugelassen wird. Keine leichte Entscheidung, wird doch das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Dies bestätigt eine am 30.07.2015  veröffentlichte Monographie (wissenschaftliche Einzeldarstellung) der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO.

„Wir gehen davon aus“, so kommentierte Ursula Lüttmer-Ouazane, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG) die Monographie damals, „dass die Zulassungsbehörden, die in aller Welt übereinstimmend der IARC-Einschätzung widersprechen, die Ergebnisse sorgfältig prüfen werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich dabei zeigen: Die Klassifizierung hat wenig bis keine praktische Relevanz für die Bewertung möglicher Risiken, die mit dem Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft verbunden sind. Dies hängt mit den fundamental unterschiedlichen Herangehensweisen zusammen, da der Auftrag der IARC ausdrücklich nicht die Risikobewertung ist, sondern allein die Identifikation möglicher Gefahren.“

NABU forderte damals, dass die aktuellen Studien im laufenden Bewertungsverfahren ausführlich berücksichtigt werden. Ob dies geschehen ist, ist nun unklar. Denn laut Auskunft des Münchner Umweltinstitutes wollen die zuständigen Behörden die Bewertung geheim halten. Sie vermuten sogar, dass der entscheidende Prüfbericht  wichtige Studien, die auf eine krebserregende Wirkung des Kassenschlagers von Monsanto hinweisen, ignorieren.

Um das zu überprüfen, hat das Umweltinstitut München e.V. die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) um den vollständigen Originalbericht gebeten. Als Antwort wurden sie an das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weiterverwiesen. Das BfR antwortete wiederum, der Bericht sei bei der EFSA zu bekommen, denn der Bericht würde Geschäftsgeheimnisse der Pestizidhersteller enthalten und sei deshalb geheim.

Gemeinsam mit foodwatch hat das Umweltinstitut München e.V.  nun eine Online-Aktion gegen die erneute Zulassung von Glyphosat gestartet. Schon über 68.000 Menschen haben die Forderung an EFSA unterschrieben, Glyphosat endlich von den Äckern zu verbannen!

Machen Sie mit und protestieren sie jetzt gegen eine Neuzulassung von Glyphosat. Helfen Sie mit, die Agrarwende voranzutreiben. (eh)

HIER GEHT ES ZUR MITMACH-AKTION!

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