17. Juli 2015  /// Bewegung Gastkommentar Wirtschaft

Die Wirtschaft der Zukunft

Claus Reitan

Das war eine Einführung in die Anthropozän-Debatte: Helga Kromp-Kolb, Meteorologin und Klimaforscherin an der Universität für Bodenkultur, gab Dutzenden Studierenden aus über 20 Nationen ihre Lecture „Limitation of current human resource, planetary boundaries and climate change“. Damit hat die für zwei Wochen angesetzte Summer School 2015 „Alternative Ecennomic and Monetary Systems“ begonnen.

Vom 16. bis zum 31. Juli befasst sich eine internationale Gruppe hochrangiger Experten und engagierter Studierender an der Boku in Wien mit den ökonomischen Alternativen zum gegenwärtigen System, die nicht zu einer übermäßigen Belastung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Verhältnisse führen. Auf Grundlage neuer Studien aus Sozial- und Naturwissenschaften ermitteln die Studierenden die für Politik und Wirtschaft nutzbaren Spielräume und alternativen Entscheidungen. Innerhalb welcher Grenzen sie sich zu bewegen haben, machte Kromp-Kolb klar: Der Abbau natürlicher Ressourcen sowie der Wasser- und der Bodenverbrauch vermindern die Produktionsfläche für Lebensmittel bei gleichzeitig steigender Anzahl der Weltbevölkerung. Da könnte dann die Frage auftreten: Wer von uns ist zu viel? Daher seien Anstrengungen zu nehmen, das globale Ökosystem Erde nicht weiterhin übermäßig zu beanspruchen.

Die ersten Schritte zu den Einsichten bestehen in der Information über die im vorigen Jahrhundert ausgelöste große Beschleunigung (Great Acceleration) und die damit erreichten Grenzen des Wachstums. Der ständig steigende Verbrauch an Gütern mitsamt seinen unerwünschten problematsichen Folgen führte zur Einsicht, dass der Mensch der auf der Erde dominierende Faktor ist. Allerdings sei das von den Menschen geschaffenen sozio-ökonomische System nur ein Teil des Global Ecosystem – nicht umgekehrt, wie Kromp-Kolb eindringlich darlegte.

Die Summer School 2015

An der Summer School werden die neuesten Möglichkeiten für die weitere Entwicklung unserer Wirtschaft und Gesellschaft und interdisziplinäres Know-how aus den Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften und der Philosophie präsentiert.

Drei öffentliche Veranstaltungen und Diskussionen mit prominenten internationalen Gästen werden geboten.

Nach dem Auftakt mit Christian Felber folgt am 23. Juli eine Debatte zu „Geld und Nachhaltigkeit“ (u.a. mit Bernard Lietaer) und am 27. Juli eine Simulation der Verhandlungen über ein neues Abkommen zum Klimaschutz.

Alternative Economic And Monetary Systems (AEMS) Vienna 2015 wird von den Veranstaltern OeAD WohnraumverwaltungsGmbH, dem Verein zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur Wien organisiert.

Info unter: http://summer-university.net/study-abroad/aems-vienna/

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