22. September 2015  /// Gesellschaft Leben

Tag der Guten Nachrichten

Vor einigen Wochen wurde uns der „Tag der Guten Nachrichten“ ans Herz gelegt. Gestern, am 21. September, so das Ziel der Facebook-Initative „International Day of Positive News“, sollte „das Gute in der Welt“ in den Fokus der Berichterstattung gerückt werden.

An manchen Tagen hat man tatsächlich den Eindruck die Medien, ob „sozial“ oder nicht, seien nur voll mit Geschichten von Unfällen und Unglücken, Börsencrashs und Bissattacken, oft sogar mit Häme und Hass. Die Welt als Ganzes betrachtet, daran werden wir regelmäßig erinnert, ist nicht gerecht, fair oder friedlich. Nur: genauso ist sie, als Ganzes betrachtet, auch nicht nur schlecht.

Auch auf N21 sind nicht immer alle Nachrichten „gut“. Die Geschichten, die Anna in den letzten Wochen in Bangladesch gesammelt hat und mit uns allen teilt, machen betroffen und wütend, manchmal sogar ratlos. Die Tatsache, dass tausende Kälber bei der Schlachtung ihrer Mütter verenden, hat uns unheimlich aufgeregt. Das Leben in Griechenland ist derzeit nicht immer ein Zuckerschlecken. Trotzdem: Wir bemühen uns, auch positive Seiten zu beleuchten.

Wir stellen Initiativen und Personen vor  – oder lassen sie gar selbst zu Wort kommen – die Alternativen aufzeigen zu den negativen Seiten unserer Welt. Wilfried Bommert gibt uns Mut, dass Ernährungssouveränität und weniger Essensverschwendung keineswegs utopisch sind. Veranstaltungen wie der Solikon in Berlin oder die AEMS Summer School in Wien helfen, Ideen zu alternativen Wirtschafts- und Lebensformen zu entwickeln und in die Welt zu tragen. Die jungen AutorInnen des Good News Team tragen ihr Programm bereits im Namen und wollen reine Negativmeldungen (etwa vom Arbeitsmarkt) um konstruktive Vorschläge erweitern. Die Liste ist lang.
Auch die Textilarbeiterin Arifa aus Bangladesch ist entschlossen weiterzumachen und für eine Gewerkschaft zu kämpfen. Unter Bedingungen, die wir Westeuropäer uns kaum vorstellen können. Wenn das keine gute und unglaublich inspirierende Nachricht ist, was dann? In Linz auf der WearFair konnten wir 72 € für sie sammeln. Danke an alle, die dazu beigetragen haben.

Der „Trend“ zu Gewalt, Kriegen und bewaffneten Konflikten zeigt seit Jahren nach unten, Armut und Hunger nehmen ab. All diese Probleme sind bei Weitem noch nicht beseitigt, aber sie entwickeln sich stetig in die richtige Richtung. Das gibt Hoffnung und Kraft weiterzumachen. In vielen Bereichen besteht akuterer Handlungsbedarf: Der Klimawandel muss noch gestoppt, unser Ressourcenverbrauch noch reduziert werden – um nur einige zu nennen. Genau an diesen Punkten will N21 ansetzen, Menschen und Initiativen zusammenführen, damit diese Probleme angepackt werden können. In diesem Sinne gilt für uns:

Mehr gute Nachrichten zu verbreiten als schlechte

Vielleicht müssen wir „schlechte“ Nachrichten einfach als Erinnerung sehen, an dass, was noch zu tun ist! Ganz ohne uns entmutigen zu lassen. Klar, leichter gesagt, als getan. Dennoch sind „gute“ Nachrichten eine Erinnerung daran, dass nicht alles schlecht ist und dass Veränderung möglich ist. WIR ALLE können etwas ändern.

Apropos: Wer Arifa auch unterstützen möchte, kann dies auch jetzt noch über das N21-Konto bei SERI (n21.press/about/support) machen. Alle Überweisungen mit dem Vermerk „Arifa“ gehen direkt an sie.

Einige unserer guten Nachrichten:

Wir freuen uns über Ihren Kommentar

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.