27. Juli 2015  /// Bewegung Europa Umwelt

520.320 BürgerInnen nahmen teil

Gestern endete die EU-Umfrage zum Schutz der Natur Europas. 520.325 BürgerInnen nahmen teil. Mehr als 120 NGOs, viele Stimmen aus der Wirtschaft und der WWF hatten im Mai europaweit aufgerufen, sich an der Online-Umfrage zu beteiligen. Konkret ging es darum, ob die europäische Naturschutzgesetzgebung geändert werden soll.

Kampagne „Nature Alert“

Der WWF, Birdlife, Friends of the Earth Europe und das Europäische Umweltbüro hatten die großangelegte Kampagne „Nature Alert“ gestartet, um zu verhindern, dass die Natura 2000 Gesetzgebung von der EU-Kommission aufgeweicht wird. Der Verlust an biologischer Vielfalt und der Lebensräume für Tiere und Pflanzen schreitet weiter voran. Eine Entschärfung der Naturschutzgesetze durch die EU-Kommission würde diesen Prozess weiter beschleunigen. Das müssen wir verhindern“, sagte WWF-Experte Christian Pichler. Ein Bericht der EU-Kommission hatte nämlich gezeigt, dass nur mehr 23 Prozent der Arten und 16 Prozent der Lebensräume in den EU-Ländern in einem intakten Zustand sind. Flüsse, Feuchtgebiete und Seen sind besonders betroffen. 51 Prozent der Lebensräume in den Feuchtgebieten Europas sind in einem schlechten Zustand. Die EU-Vogelschutzrichtlinie sowie die Fauna-und-Flora-Habitat-Richtlinie (Naturschutzrichtlinien) sind die zentralen Richtlinien des Natura 2000 Netzwerks, das als eine der besten Naturschutzgesetzgebungen der Welt anerkannt ist.

Höchste Zahl an Teilnehmenden bei einer Befragung in der Geschichte der EU

„Die enorme Beteiligung an der EU-weiten Umfrage hat gezeigt, dass den EU-Bürgern ihre Natur nicht egal ist und dass sie bereit sind, dafür zu kämpfen. Die Bürger in Europa bemühen sich um ihre belebte Umwelt und um die Gesetze, die diese schützen. Die EU-Kommission muss den Einsatz der EU-Bürger anerkennen, den Naturschutz in der EU weiter verbessern und die Gesetze noch strenger vollziehen“, fordert Pichler die EU-Kommission auf.

Die Endergebnisse der Befragung werden im Herbst 2015 vorliegen. Eine endgültige Entscheidung der Kommission über die Zukunft der Natura 2000 Gesetzgebung wird für Juni 2016 erwartet. (eh)

 

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