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Bild: Fritz Hinterberger, privat
6. Juli 2015  /// Glosse Wirtschaft

Was ist denn da drin?

Jetzt müssen also Früchtetees Früchte enthalten – oder zumindest deren Aromen. Und nicht solche, die nur so schmecken – jedenfalls dann, wenn die Früchte auf der Packung abgebildet sind. Gut, dass sich Heerscharen von Managern, Juristen, Anwälten und Richtern sowie Presseleute, NGOs und MitarbeiterInnen in all diesen Organisationen darum gekümmert haben. Damit auch gilt, was normal und ehrlich wäre – dass nämlich drin ist, was drauf steht. Aber es macht nichts: Es schafft Arbeitsplätze, und wir bezahlen ohnehin dafür über die Preise der Produkte, unsere Spenden an NGOs und über die Steuern an die Behörden, die sich darum kümmern, müssen, weil nicht selbstverständlich ist, was selbstverständlich sein müsste. Paradox ist nur, dass der Tee mit den ähnlich schmeckenden Aromen immer noch billiger ist als ein ehrlicher Früchtetee, der ohne Anwälte, PR-Abteilungen und Chemie auskommt. Und offenbar auch – sieht man auf die Verkaufszahlen – lieber gekauft wird. Ehrlich währt vielleicht am längsten, aber noch lange nicht am meisten.

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