20. Juli 2015  /// Klima Politik Umwelt

WMO: Schmelzende Polarkappen

Genf, 16.07.2015.  Die WMO (United Nations World Meteorological Organization) hat einen Aktionsplan vorgelegt, mit dem sie Vorhersagen zur Entwicklung des Klimas in den Polarregionen verbessern möchte. Das schnelle Abschmelzen der Polarkappen berge Risiken und Chancen, auf die man sich vorbereiten wolle. Im Zeitraum  2017 bis 2019 sollen Arktis und Antarktis jeweils ein Jahr lang im Zentrum der Forschung und Modellentwicklung stehen.

Die WMO weist darauf hin, dass die durchschnittliche Erwärmung der Arktis doppelt so schnell verlaufe, wie die globale Erderwärmung. Die Konsequenzen seien schmelzende Schnee- und Eisdecken sowie Gletscher. Die Folgen dieser Entwicklung seien weltweit zu spüren: Der Wasserspiegel steige und das Wetter verändere sich. Die Polarregionen, die bisher schwer zu erreichen gewesen seien, stünden vor großen Veränderungen. Man erwarte mehr Schifffahrt, mehr Tourismus und andere wirtschaftliche Aktivitäten. Dies erfordere auch bessere Wettervorhersagen. Fehlende kleinräumige Klimamodelle und der Mangel an Forschungsergebnissen machten Voraussagen über das Wetter, das Eis und die Meeresverhältnisse derzeit sehr schwierig bis unmöglich.

Der Klimawandel sei mit Chancen verbunden, so Thomas Jung vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und Vorsitzender des Lenkungsausschusses für das Polar Prediction Project (PPP). Die Transportwege und –zeiten zwischen Asien und Europa würden deutlich kürzer. Gleichzeitig stiegen die Risiken. Und Petter Meier, stellvertretender Generaldirektor im Norwegischen Ministerium für Transport und Kommunikation, warnte: „Ein großer Ölunfall in der Arktis wäre eine riesige Herausforderung. Keines der Anrainerländer wäre darauf vorbereitet. Wir brauchen effektive vorbeugende Maßnahmen, weil wir es uns schlichtweg nicht leisten könnten, die arktischen Meeresregionen zu zerstören.“ Er warnte vor den Folgen eines Ölunfalls in der Arktis, der gravierender sei als anderswo, weil es viel weniger Organismen gebe, die Öle abbauen könnten. Bessere Wettervorhersagen seien auch hilfreich und erforderlich, um die Transportbranche und den Tourismus in der Region sicherer zu machen.

(cax)

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