Fritz Hinterberger
Bild: Fritz Hinterberger
24. September 2015  /// Bewegung Gesellschaft Leben

stEFFIE: Bildung ist cool – ein Festival für innovative Bildung

Drei Frauen, Anfang 30, sitzen mit ihren Laptops in der Wiener „Schraubenfabrik“, einem Co-Working Space neben koscheren Minimärkten und Lokalen und stellen mit minimalem Budget ein Festival für 250 bis 300 TeilnehmerInnen auf die Beine, das an diesem Wochenende im Wiener Impact Hub über die Bühne geht. Sein Name „stEFFIE“ steht für Experimental Fun Festival for Innovative Education.

Fritz HinterbergerSigrid Putzer hat Theaterwissenschaften studiert, Festivals organisiert und ist Physiotherapeutin. Erika Büttner hat nach einer Coachingausbildung soeben eine „Kreativagentur für Gutes“ ins Leben gerufen und Ana Bernardes aus Portugal hat Psychologie studiert und im Human Resources Bereich gearbeitet. Gemeinsam haben sie „die Lichfabrik“ gegründet, eine „creative agency for social experience design“.

Friitz HinterbergerIhr Anliegen: der Öffentlichkeit, PädagogInnen und Jugendlichen zu zeigen, wie „cool“ Bildung sein kann. „Wir wollen Bildung cool machen“, sagt Erika, „in der Schule, an der Uni, lebenslang.“ „Für uns ist Bildung eine tolle Sache, wir sind Teil einer Bewegung, die total spannende Angebote macht. Aber für viele Jugendliche ist Bildung negativ“, sagt Sigrid. Um die aktuelle Bildungsdebatte geht es ihnen dabei nicht primär, stellt sich im N21-Gespräch heraus.

Fritz HinterbergerSie möchten all diejenigen unterstützen, die es heute schon besser machen – in Wien und weit darüber hinaus.

„Die aktuelle Bildungsdebatte beeinflusst natürlich massgeblich, was beim Festival geboten wird und vielen unseren Partnern geht es auch darum“, sagt Erika Büttner. „Mit stEFFIE wollen wir Raum für verschiedenste Meinungen geben und die  Ansichten der Partner präsentieren und damit auch die Vielfalt, die so wichtig ist, erlauben und zeigen.“

Die KNOWMADS Business School in den Niederlanden ist ein erfolgreiches Beispiel, das sich in Wien präsentiert. Dort werden nicht nur konkrete Techniken für den Businessalltag gelernt, sondern an der eigenen Sinnfindung gearbeitet.

An diesem Wochenende kommen in Wien neben konventionellen Workshops auch neue, von den Macherinnen entwickelte Formate zur Anwendung: Ein „Topic Clash“ zur Zukunft des Lernens stellt verschiedene Angebote vor, und bei einem Social Club Game gibt es „interaktive Spiele, soziales Tete- à-Tete, Bildungs-Long-Drinks und uterhaltsames Netzwerken ohne Titel und Abzeichen”.

„How to break the rules“ heißt ein anderer Workshop, in dem es um den flexiblen Umgang mit Bürokratie geht und Freiräume im konventionellen Bildungssystem ausgelotet werden.

Bildung meets Kreativ- und Entrepreneurship

Schwerpunkt des Festivals, das zum zweiten Mal statt findet, ist in diesem Jahr, die Bildungsszene mit der Kreativ- und Entrepreneurshipszene zusammenzubringen. „Wir haben einander viel zu sagen, und es geht um ähnliche Themen: Co-Learning und Co-Working zum Beispiel“, sagt Sigrid Putzer. „Neues Wirtschaften braucht andere Bildung und kann auch vieles von dem, was heute in der Wirtschaft schon gelebt wird, einbringen“, ergänzt Erika Büttner.

Neue Finanzierungsmodelle sowie eine „Bildungsrevolution“werden vorgestellt, ein Lernspielplatz mit Rutsche und eine „Leonardobrücke“ werden gebaut. „Work hard, play harder“ lautet eines der vielen Mottos, die auf dem Festival gelebt werden sollen.

Im Programm kommt dann aber auch das Politische nicht zu kurz: „Private und öffentliche Schulen – verlieren wir die Möglichkeit zur Veränderung?“, heißt ein Workshoptitel. In einem anderen werden „gerechte Bildungschancen für alle“ diskutiert. Jedenfalls möchte man sich nicht lange mit der oft negativ empfundenen Gegenwart aufhalten. Es geht ihnen darum, all die zum Teil noch kleinen Initiativen zusammenzubringen und die zu unterstützen, die es heute schon besser machen.

Programmdetails: www.steffie-festival.com

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